Gesundheit als kommunaler Standortfaktor

… oder warum Gesundheit als allgemeingültiger Wert in alle Politikfelder integriert werden sollte

Ein Beitrag von Claudia Schlüfter

Damit Gesundheitsförderung tatsächlich gut gelingen kann, braucht es auch die Politik. Denn ob die Menschen in Gesundheit leben können hängt auch von sozialen, wirtschaftlichen, Umwelt-, bildungs- und kulturellen Faktoren ab. Entsprechend können alle politischen Bereiche, sei es die Wirtschafts-, Umwelt-, Bildungs- oder Gesundheitspolitik Einfluss darauf nehmen, ob die Menschen eine gute Gesundheit haben bzw. ob es ihnen gut geht. Hier hat vor allem die kommunale Politik direkten Einfluss auf die Gestaltung einer gesunden Kommune. Aber auch die Landes- und Bundespolitik sind gefragt Gesundheit in allen Bereichen zu berücksichtigen.

Wie geht es Deutschland?

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Auf den ersten Blick geht es den Menschen in Deutschland gut. Kinder haben die besten Chancen gesund auf die Welt zu kommen und aufzuwachsen, schwerwiegende Erkrankungen sind eher selten und die Menschen können ein hohes Lebensalter erreichen. Allerdings haben immer mehr Kinder in Deutschland Übergewicht oder sind fettleibig, bewegen sich gleichzeitig deutlich weniger als noch vor 25 Jahren und verlernen grundlegende Bewegungsfähigkeiten, wie rückwärtslaufen. Auch die Erwachsenen bewegen sich wenig, psychische Erkrankungen sowie Rückenleiden und Schmerzen treten immer häufiger auf. Durch ein höheres Lebensalter haben die Menschen zwar mehr Lebensjahre, aber auch mehr Jahre die sie in Krankheit verbringen, denn im letzten Lebensdrittel treten die meisten Krankheiten auf.

Warum ist die Politik gefragt?

Doch warum sollte die Politik ein Interesse daran haben die Gesundheit Ihrer Bürger zu erhalten und zu stärken? Gesundheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Erreichen vieler anderer gesellschaftlicher Ziele und befähigt zur gesellschaftlichen Teilhabe.

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Ob ein Kind gesund groß werden kann, oder jemand sein Leben lang gesund bleibt, ohne chronische Schmerzen und mit hohem Wohlbefinden lebt, hängt jedoch nicht nur davon ab, wie sich jemand verhält, also wieviel er/sie sich bewegt oder was er/sie isst. Vielmehr wird die Gesundheit im Laufe eines Lebens auch stark von Freundschaften, dem Bildungs- und Berufsabschluss, der Wohnsituation und möglichen Schadstoffen aus der Umwelt beeinflusst. Auf den ersten Blick haben diese Dinge keine direkte gesundheitliche Wirkung. Schauen wir aber genauer hin, so sehen wir zahlreiche indirekte Wirkungen politischer Entscheidungen auf die Gesundheit.

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Wenn z.B. die Verkehrspolitik entscheidet eine neue große Straße durch einen Ort zu bauen, um die Verkehrswege zu verbessern, kann sich das gleichzeitig schlecht auf die Gesundheit der Bürger auswirken. Denn diese können durch den stärkeren Verkehrslärm psychisch krank werden und über die stärkere Luftverschmutzung häufiger körperliche Krankheiten bekommen. Genauso können Entscheidungen der Städteplanung einen großen Einfluss darauf haben, wieviel sich die Menschen an einem Standort bewegen. Sind Wohngebiete mit vielen Parkanlagen und Grünflächen durchzogen und gibt es sichere Fußgängerüberwege und Tempolimits, bewegen sich die Menschen nachweislich mehr. Das hat wiederum eine Auswirkung darauf aus, ob jemand ein höheres Risiko hat einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Diabetes zu erkranken.

Wie kann Gesundheit über die Politik beeinflusst werden?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb Gesundheit als grundlegenden Wert in alle Politikfelder aufzunehmen und bei Entscheidungen zu beachten. Denn Gesundheit wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst, die auf den ersten Blick z.B. der Sozial, Umwelt- oder Wirtschaftspolitik zugeordnet werden.

Das ist letztlich notwendig, um die Lebenswelten als Orte der Gesundheitsförderung gestalten zu können. Die politische Umsetzung sollte auf allen Ebenen erfolgen, sowohl in der Bundespolitik, als auch in Landes- und Kommunalpolitik. Eine solche politische Strategie dient als effizientes Mittel Gesundheit nicht nur zu schützen und zu fördern, sondern auch nichtintendierte Einflüsse auf die Gesundheit zu identifizieren und zu verhindern.

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