Das Alter als goldenen Herbst verbringen

Lebensqualität im Alter für ein GUTES langes Leben

Ein Beitrag von Claudia Schlüfter

Der Schriftsteller Jonathan Swift sagte einmal: Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden. Doch wie kann es gelingen, dass die Menschen nicht nur lange in ihrem Heimatort leben, sondern dort auch gerne alt werden möchten? Eine zentrale Rolle für ein gutes Leben im Alter spielt deshalb, wie wohl man sich dort fühlt, wo man lebt, also wie hoch die subjektive Lebensqualität ist.

Ältere Menschen bei Spaziergang in Natur @Pixabay

Mit einer besseren Lebensqualität lässt sich der Herbst des Lebens zu einem goldenen Herbst gestalten. Denn das letzte Lebensdrittel muss keineswegs der Abschnitt im Leben sein, der ausschließlich von Krankheit, Einschränkungen und Abhängigkeiten geprägt ist. Auch wenn der Körper mit zunehmendem Alter erste “Verschleißerscheinungen” zeigt und einem die Endlichkeit des Lebens verdeutlicht, so können doch auch die Jahre in diesem Lebensabschnitt als weitgehend gut verbracht werden, wenn zum einen liebevolle Menschen im Umfeld sind und zum anderen die kommunalen und infrastrukturellen Gegebenheiten die Bedürfnisse der Menschen erfüllen.

Lebensqualität im Alter

Was genau macht nun aber die Lebensqualität im Alter aus? In der Literatur findet man zu Faktoren der Lebensqualität im Alter als grobe Kategorien die Gesundheit, die Familie und das Wohnumfeld.
Etwas differenzierter betrachtet hängt dies mit geistiger und körperlicher Fitness sowie geistigem und körperlichem Wohlbefinden zusammen. Das ist wiederum abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand sowie der Bewegungsfähigkeit und Mobilität, also der Möglichkeit Dinge des alltäglichen Lebens eigenständig tun zu können, wie Einkaufen, Spazieren gehen oder den Haushalt machen. Davon hängt letztlich auch die Wohnsituation und die Möglichkeit für die soziale Teilhabe ab, beides Faktoren, die sich ebenfalls stark auf die Lebensqualität auswirken.

Lebensqualität für „junge Alte“ und Hochaltrige

Altes Paar mit Kinder @Pixabay

Wird das letzte Lebensdrittel in drei Abschnitte gegliedert, so lassen sich folgende Faktoren der Lebensqualität beschreiben:
Im „frühen“ Alter, solange die Meisten noch fit und gesund sind, heißt Lebensqualität gesellschaftlich teilhaben und sich in seinem Lebensumfeld aktiv Einbringen und mitgestalten können.

Hat man bereits Einschränkungen bei alltäglichen Handlungen und braucht zum Beispiel Unterstützung beim Anziehen, Einkaufen oder im Haushalt so drückt sich die Lebensqualität darin aus, dass man trotz dieser Einschränkungen die Möglichkeit hat Zuhause zu wohnen. Im dritten, hochaltrigen Lebensabschnitt jenseits des 80. – 90. Lebensjahres drückt sich Lebensqualität in einem hohen Grad an Autonomie sowie dem möglichst langen Erhalt der Selbstständigkeit aus, da dieser Lebensabschnitt häufig von vielen Einschränkungen geprägt ist. Einige leben auf Grund dessen in dieser Lebensphase in einem Pflegeheim.

Maßnahmen, die sich auf eine hohe Lebensqualität auswirken

Spaziergänger und Radfahrer in der Natur @Pixabay

Und was sagt die Wissenschaft, was Einzelne aber auch die Gesellschaft tun können, damit Menschen alle drei Abschnitte im Herbst des Lebens in möglichst hoher Lebensqualität verleben können? Ausreichend Bewegung ist sowohl der Schlüssel zu einem längeren Leben, als auch zu mehr GUTEN Lebensjahren. Denn Bewegung stimuliert nicht nur die Glücksgefühle und wirkt sich deshalb positiv auf das subjektive Wohlbefinden und die Stimmung aus. Wer schon im frühen Alter einen aktiven Lebensstil hat und sich ausreichend bewegt, bleibt auch im Kopf länger fit und hat so ein geringeres Risiko an Demenz zu erkranken. Gleichzeitig kann die Bewegungsfähigkeit und damit die Selbstständigkeit länger erhalten und Stürze vorbeugt werden. Die Vorbeugung von Stürzen ist im Alter besonders wichtig, da sturzbedingte Verletzungen die Bewegungsfähigkeit und Selbständigkeit stark einschränken und die Betroffenen ihre ursprüngliche Form häufig nicht wieder zurückerlangen.

Menschen brauchen außerdem andere Menschen, damit es ihnen gut geht. Denn Einsamkeit macht unglücklich und führt so zu einer schlechten Lebensqualität. Das führt sogar so weit, dass Menschen, die im Alter wenig soziale Kontakte und Freundschaften haben, statistisch gesprochen eine geringere Lebenserwartung haben. Hier kommt wieder die Bewegung ins Spiel. Denn es hat sich gezeigt, dass Menschen, die auch im Alter ein aktives Leben führen über ein größeres soziales Netzwerk verfügen, was sie vor Einsamkeit schützt.

Sowohl bei der Förderung der Bewegung im Sinne eines aktiven Lebens in Selbstständigkeit als auch einem funktionierenden sozialen Netzwerk im Alter kann und sollte auch die Kommune Verantwortung übernehmen.

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