Das “Middle Years Development Instrument” (MDI)

Kindern eine Stimme geben

Ein Artikel von Sabine Georg

In den meisten Fällen wissen Erwachsene wie z.B. Eltern oder Lehrer, was für ihre Kinder gut ist. Sie beobachten im täglichen Umgang miteinander, wie es den Kindern geht und wo ihre Bedürfnisse liegen. Doch ein Bürgermeister z.B. hat nicht die Möglichkeit, sich in regelmäßigen Zeitabständen nach dem Wohlbefinden eines jeden Schülers in seiner Stadt zu erkundigen. Dennoch interessiert es ihn, denn schließlich ist sein Ziel, dass auch die jungen Bürger in seiner Stadt ein qualitative gutes Leben führen können. Mit dem “Middle Years Development Instrument” bekommen die Kinder eine Stimme. Und sie wird gehört!

Der MDI Fragebogen

Das Middle Years Development Instrument (MDI) ist ein kanadischer Fragebogen, der an der University of British Columbia in Vancouver entwickelt wurde. Kinder zwischen 9 und 14 Jahren können damit über ihr subjektiv erlebtes Wohlbefinden innerhalb und außerhalb der Schule befragt werden. Es ist kein Mathe-Test, auch kein Schreib- oder Lesetest. Nein, im Gegenteil! Das MDI dient dazu, mehr über die Gedanken und Gefühle von Kindern zu erfahren. Denn die mittleren Jahre der Kindheit sind ebenso wichtig, wie die frühe Kindheit. Die Kinder werden reifer und beginnen, die Möglichkeiten zu erfassen, die ihnen das Leben bietet:

Sie treffen auf unterschiedlichste Menschen und verbringen ihre Zeit mit ihnen. Diese Menschen haben die Kraft, ihnen Fähigkeiten mitzugeben, die sie brauchen, um erfolgreich zu sein. Die Orte, an denen die Kinder leben, spielen und lernen wirken sich auf ihre Gesundheit, auf ihr Wohlbefinden und ihr späteres Leben aus. Die Erfahrungen, die die Kinder in ihren mittleren Jahren machen, haben dauerhafte Auswirkungen auf ihre spätere Entwicklung.

Das MDI betrachtet fünf Aspekte aus der Sicht von Kindern:

Die fünf Entwicklungsdomänen im MDI

Wie werden die Kinder mit dem MDI befragt?

Die Teilnahme ist freiwillig und anonym. Die SchülerInnen der 4. und 7. Klassen der Grund- und weiterführenden Schulen füllen das MDI während der Schulzeit im Klassenverband aus, angeleitet durch ihren Klassenlehrer. Die Fragebögen werden dann von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg und der Universität von British Columbia analysiert. Daraufhin erstellen die Wissenschaftler Projektberichte, um Schulen, Familien und Kommunen dabei zu helfen, die Sicht der Kinder zu verstehen.

Wie werden die Daten genutzt?

Das MDI hilft dabei, das „ganze Kind“ zu verstehen. Schulen und Kommunen bekommen Informationen über die Stärken, Bedürfnisse und Wünsche von Kindern – nicht auf individualebene, sondern auf der Ebene von geographisch definierten Gebieten (z.B. Nachbarschaften, Schulbezirke, Stadtebene). Auf der Grundlage dieser Daten können zielorientierte Entscheidungen darüber getroffen werden, wie vorhandene Ressourcen genutzt und neue geschaffen werden können, damit Kinder in ihren Familien, Schulen, oder Gemeinden einen guten und starken Zusammenhalt erleben und sich wohlfühlen

Auswertung verschiedener Entwicklungsdomänen

Darüber hinaus können sich Schulen und Gemeinden Ziele für die Zukunft setzen und mithilfe des regelmäßig eingesetzten MDI beobachten, wie es den Kindern im Laufe der Zeit geht.

 

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