Wenn Bürger und Wissenschaftler gemeinsam forschen

Ein Einblick in die gemeindebasierte partizipative Gesundheitsforschung

Wenn Bürger und Wissenschaftler gemeinsam forschen

Ein Beitrag von Claudia Schlüfter

Es gibt viele Erkenntnisse aus der Wissenschaft was ein gesundes Leben ausmacht. Doch die Umsetzung dieses Wissens in die Praxis und die Verbreitung unter den Bürgern ist schwierig. Deshalb werden die Bürger, um die es tatsächlich geht, immer häufiger selbst gefragt, was sie brauchen um gesund zu leben. Das hat für die Wissenschaft und die Bürger den Vorteil, dass Maßnahmen, die in der Theorie wirksam sind tatsächlich auch in der Praxis direkt bei den Bürgern ankommen und letztlich ihrer Gesundheit zu Gute kommen.

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Diese Form der Gesundheitsforschung ist eine besondere wissenschaftliche Methode, denn dabei gehen und Wissenschaftler eine enge Partnerschaft ein. Für eine Gemeinde hat diese Partnerschaft den Vorteil, dass wissenschaftliche Methoden angewandt werden, welche die Wirksamkeit von Maßnahmen nachweisen können sowie eine Evaluation und Replikation der einzelnen Schritte ermöglichen. Darüber hinaus erhält die Gemeinde Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, womit sich letztlich auch politische Entscheidungen legitimieren lassen.

Aus Sicht der Wissenschaft hat die Partnerschaft den Vorteil, dass die Fragestellungen, die erhobenen Daten und die daraus abgeleiteten Maßnahmen für die Bewohner der Gemeinde im Alltag tatsächlich von Relevanz sind. Veränderungen können so von den Akteuren leichter in der Praxis umgesetzt werden und zu nachhaltigeren Veränderungen im Verhalten der Menschen führen.

Wie funktioniert das gemeinsame Forschen?

Bei der gemeindebasierten Gesundheitsforschung werden alle Bewohner der Gemeinde über die gesamte Lebensspanne hinwegeinbezogen. Die Beteiligung der Bürger geschieht über Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Bereiche bzw. Institutionen innerhalb der Gemeinde. Wenn z.B. die Frage beantwortet werden soll, was die Stadt oder Gemeinde braucht, damit alle Kinder darin gesund aufwachsen können, werden Kinder, Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen und VertreterInnen von Sportvereinen miteingebunden.

Ideenaustausch durch die Methode World Café

Gemeinsam mit den Wissenschaftlern werden die Bedürfnisse von Kindern speziell in dieser Gemeinde herausgearbeitet. Daran können die Akteure der verschiedenen Institutionen anknüpfen und mit Unterstützung der Wissenschaftler passende Interventionen entwickeln, um gewünschte Veränderungen im Verhalten zu erreichen.

Was genau heißt denn gemeindebasiert?

Gemeindebasiert heißt, es werden die besonderen Strukturen einer Gemeinde oder Stadt berücksichtigt und in die Forschung einbezogen.

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Dabei wird geschaut, welche Veränderungen durch die partizipativen Forschungsprozesse in Stadtteilen bzw. QuartierenKindergärten, Schulen, Betrieben oder auch Seniorenheimen möglich sind und bewirken können, dass die Menschen sich wohler fühlen und eine bessere Gesundheit haben. Dabei hat auch die (ehrenamtliche) Vereinsstruktur einer Stadt oder Gemeinde einen großen Einfluss auf ihre Mitglieder, da sie mit ihrem Angebot oft alle Altersstufen anspricht.

Spielende Kinder im Kindergarten

Der Fokus der kommunalen Stadtentwicklung auf die Ziele Gesundheitsförderung und Steigerung des Wohlbefindens der Bürger trägt also mit zur Zukunftsfähigkeit einer Gemeinde bei.

Weiterführende Informationen zur gemeindebasierten Gesundheitsforschung (engl. Community-based participatory research) finden Sie hier:

Wissenschaftliche Methoden zur Übersetzung evidenzbasierter Ergebnisse in den kommunalen Kontext 

Model zur Translation von wirksamen Interventionen in die kommunale Praxis

Überschneidungen von Wissenschaft und Praxis zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit

 

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