Vom Neugeborenen bis zum Senioren

Kommunale Gesundheitsförderung entlang der Lebensspanne

Ein Artikel von Maren Albrecht

Die Weichen für gesundheitsförderliche Verhaltensweisen werden in den ersten Lebensjahren gelegt. Viele Maßnahmen zur Gesundheitsförderung setzen daher in der frühen Kindheit an. Doch was ist mit den Lebensjahren danach? Warum eine kommunale Gesundheitsstrategie alle Lebensphasen vom Neugeborenen bis zum Senior umfassen sollte, zeigt Ihnen „Ein gutes Jahr mehr“ auf.

Die fünfjährige Mia geht gerne in den Kindergarten, denn da darf sie dabei helfen das Mittagessen zuzubereiten und probieren wie die selbst geernteten Tomaten aus dem Garten schmecken. Kommt sie aus dem Kindergarten nach Hause, dann baut sie am liebsten mit ihrem großen Bruder Tobi im Wohnzimmer einen Hindernis-Parcour aus alten Kartons und Kissen. Mia ist ein ganz normales fröhliches, aufgewecktes Kind. Und doch befindet sie sich in einer kritischen Lebensphase. Welche Bewegungs- und Ernährungsverhalten Mia sich durch Kindergarten, Geschwister und Eltern gerade aneignet, aber auch wie sie später mit stressigen Alltagssituationen umgeht, wird sich auf die später vierzig- oder siebzigjährigen Mia auswirken.

Zu Recht fokussieren sich daher erfolgreiche kommunale Initiativen wie z.B. “Kein Kind zurücklassen” der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Stiftung darauf allen Kindern in einer Gemeinde eine gesunde und aufgeweckte Kindheit zu ermöglichen. Durch die geschickte Vernetzung kommunaler Akteure und den Ausbau gesundheitsförderlicher Projekte bietet das Modellvorhaben anderen Kommunen Orientierung für den Aufbau einer Präventionskette, die von der Schwangerschaft bis zum Eintritt ins Berufsleben reicht (https://www.kommunale-praeventionsketten.de/ (Stand 15.01.2018).

Doch was ist mit den Lebensphasen, die nach einem erfolgreichen Start ins Erwachsenenleben auf uns warten? Auch hier stoßen wir auf besondere Herausforderungen, die unsere Gesundheit und Lebensqualität entscheidend prägen können.

Wenn wir zum Beispiel in der „Rush-Hour“ des Lebens unsere berufliche Laufbahn planen, eine Familie gründen und Verantwortung übernehmen, unseren Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Wenn in unserer zweiten Lebenshälfte die zeitlichen Engpässe in unserem Alltag nicht abnehmen, weil wir familiäre Pflegeaufgaben übernehmen müssen. Wenn wir durch ungünstige Arbeitsbedingungen chronische Erkrankungen entwickeln, die uns die Ausübung unseres Berufs bis zur Rente erschweren. Wenn sich altersbedingte Einschränkungen bemerkbar machen, wir aber unsere Unabhängigkeit und ein selbstbestimmtes Leben bewahren wollen.

Auf kommunaler Ebene gibt es zahlreiche Einzelprojekte und Initiativen, die sich entweder auf eine bestimmte Altersgruppe oder Problemlage fokussieren. „Ein gutes Jahr mehr“ steht hingegen für die Vision eine kommunale Gesundheitsstrategie zu entwickeln, die alle Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde durch die unterschiedlichen Phasen ihres Lebens begleitet. Für diesen Ansatz der Gesundheitserhaltung streben wir eine Vernetzung wissenschaftlicher Förderprogramme mit lokalen Initiativen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern in der Gemeinde an, um Ressourcen zu bündeln und Synergien zu schaffen.

Die Verzahnung verschiedener Lebensphasen und Lebenswelten in „Ein gutes Jahr mehr“

In Anlehnung an die Gesundheitsstrategie des Landes Baden-Württemberg fokussieren wir uns nicht auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe oder Erkrankungen, sondern richten unsere kommunale Gesundheitsstrategie nach den drei Handlungsfeldern „Gesunder Start“, „Gesund bleiben“ und „Gesund Altern“ aus. Die Altersgruppe 0 bis 18 Jahre umfasst die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen, die Altersgruppe 18 bis 65 Jahre alle Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter und die Altersgruppe ab 65 Jahren den Übergang zum Ruhestand und die Lebenswelt der Senioren.

Mit dem Modellvorhaben „Ein gutes Jahr mehr“ wird die landespolitische Gesundheitsstrategie erstmals auf eine Kommune mittlerer Größe übertragen: Gaggenau.

Wie uns dies in einer Stadt mit 30.000 Einwohnern gelingt und an welchen Stellen die Kommune hierfür ansetzen kann, zeigen wir Ihnen hier auf unserem Blog.

 

 

Verwendetes Bildmaterial © Pixabay

 

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